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23. – 25. 10.: Erzähl doch mal!

Erzählen können wir alle. Wenn wir unseren Freunden etwa erzählen, was gerade passiert ist, überlegen wir nicht eine Sekunde, wie wir anfangen oder wie wir unsere Geschichte noch spannender erzählen können. Wir haben eine natürliche Erzählkompetenz. Sobald wir aber vor einem Blatt Papier sitzen, beginnen wir zu stocken. Überlegen, wie am besten beginnen, welche Wörter verwenden … Dabei gäbe es so vieles aufzuschreiben. Mit ein bisschen Übung und Technik verschwindet diese Scheu und die Erzählungen beginnen zu fließen …

Ausgehend vom autobiografischen Schreiben und modernen literarischen Kurzformen erkunden wir nach und nach Elemente der Erzähltechnik: Spannung, Figuren, Schauplätze, Handlung, Sprache und Stil. Die jeweiligen theoretischen Inputs werden sofort in konkrete Schreibübungen umgesetzt.

Der Kurs ist zweigeteilt:

Zunächst liegt der Schwerpunkt auf dem autobiografischen Schreiben, auf dem Zusammenhang zwischen Erinnern und Erfinden, auf den literarischen Möglichkeiten, übers eigene Leben zu schreiben, auf dem Wahrheitsgehalt von autobiografischem Schreiben etc.

Danach steht die Literarisierung im Mittelpunkt: wie kann ich meine eigenen oder fiktive Geschichten so erzählen, dass sie auch andere interessieren. Welche Mittel stehen mir zur Verfügung, einen Spannungsbogen aufzubauen?

Für diesen Kurs sind keine Vorkenntnisse nötig. Es reicht die Lust am Schreiben und der Wunsch, Geschichten zu erzählen oder „Miniaturen“ aufzubewahren.

Freuen Sie sich auf ein Wochenende, das viel Zeit und Muße bietet, um sprachlich und erzählerisch Neues kennenzulernen und auszuprobieren, aber auch, um sich selbst neu zu erkunden. Denn Schreiben ist immer auch ein persönlicher Erkenntnisprozess:

Peter Bieri (in: Wie wollen wir leben?):
„Eine Geschichte ist nur dann fesselnd und unwiderstehlich, wenn sie aus den Tiefen der unbewußten Phantasie kommt. Wer sie schreibt, muß dazu die innere Zensur lockern und zur Sprache bringen, was das Erleben sonst nur aus dem wortlosen Dunkel heraus einfärbt. Das kann eine gewaltige innere Veränderung bedeuten. Man ist nach einem Roman nicht mehr ganz derselbe wie vorher.“

Dieser Kurs findet am letzten Oktober-Wochenende in der schönsten Seminar-Pension statt, die ich kenne: beim Sterntaler am Mattsee, vom 23. bis 25. Oktober 2020.
(Siehe dazu auch die Fotos vom Mattsee beim Beitrag „Vier Tage Schreiben am See“)
Start: Freitag, 15.00 Uhr
Ende: Sonntag, 14.00 Uhr
Es gibt dort einen schönen Seminarraum mit Blick auf den See, einen traumhaften Garten direkt am See, Hühner, Minischweine, Lagerfeuerplatz, biologisches Frühstück und Mittagessen – leider nur fünf Zimmer mit insgesamt neun Betten. Bitte Zimmer direkt beim Sterntaler buchen. Man kann sich entweder mit jemand anderem ein Zimmer teilen – oder aber in einer anderen Unterkunft schlafen. In nur fünf Minuten Fußweg ist zum Beispiel der Kapitelwirt oder das Schlosshotel. Wir gehen am Abend sowieso gemeinsam essen, also ist es nicht ein arg großer Verlust, wenn wir nicht alle beim Sterntäler übernachten können.
Kurskosten: 250,– Euro

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